Tiefkühlen *CoolPlus*

Seit 2004 bieten wir unseren Kunden als weltweit erste Lohnhärterei das integrierte Tiefkühlen mit dem Schmetz *CoolPlus*-Verfahren an.

Das Tiefkühlen wird hierbei im Vakuum-Härteofen unter Ausschluss von störender Atmosphäre durchgeführt. Im Gegensatz zum früheren, ungeregelten Prozess kann der Abkühlgradient anhand der in den Bauteilen angebrachten Temperaturfühler kontrolliert und sanft gesteuert werden. Die Rissgefahr, insbesondere bei komplexen Werkzeugen, ist somit nicht mehr vorhanden - ein "Angst-Anlassen" ist nicht mehr notwendig.

Auch das Risiko von Korrosion durch die früher unvermeidliche Bildung einer Eisschicht beim Entnehmen der tiefkalten Bauteile aus dem Stickstoff wird durch den integrierten Prozess eliminiert. Zusätzlich erhält man eine duchgängige und lückenlose Prozess-Dokumentation.

Das Tiefkühlen kommt insbesondere dann zur Anwendung, wenn höchste Maßhaltigkeit gefordert wird, z.B. bei Bauteilen, die über Ihre Lebensdauer auch unter extremen Einsatzbedingungen im µm-Bereich maßlich absolut stabil bleiben müssen. Durch eine effektive Umwandlung des nach dem Härten vorhandenen Austenits mittels einer Abkühlung der Bauteile bis zur Martensit-Finish-Temperatur in Kombination mit den nachfolgenden Anlass-Zyklen wird (je nach Werkstoff) ein Restaustenit-Gehalt von <2% (Nachweisgrenze) erreicht.

Eine spätere, ungewollte Umwandlung des Restaustenits - ausgelöst z.B. durch Biege- oder Temperatur-Wechselbelastungen - und das damit einhergehende Maßwachstum, welches oftmals zu Ausschuss oder Werkzeug- Stillstand führt, wird somit vermieden.

Ein weiterer positiver Effekt des Tiefkühlens ist, dass sich die maximal erreichbare Härte von korrosionsbeständigen Stählen signifikant erhöhen lässt.

Typischer Prozessverlauf



  • Anwendungsbeispiele
    • Schnittplatten
    • Stanzwerkzeuge
    • Erodierblöcke
    • Kugel- / Wälzlager
    • hoch-kohlenstoffhaltige Stähle
    • korrosionsbeständige Stähle
    • stickstofflegierte Stähle
    Vorteile
    • Verbesserung der Maßstabilität
    • deutliche Verringerung des Restaustenit-Gehalts
    • Deutlich höhere Härte bei korrosionsbeständigen Stählen
    • Prozessgesteuert
    • keine Rissgefahr
    • keine Korrosionsgefahr
    • bis -145°C